Ehrliche Entscheidungen zur Bobbahn treffen

Mittwoch, 14. März 2007

Grüne fordern radikalen Sinneswandel

„Altenberg will offenbar die Bobbahn zum Nulltarif“; interpretiert Grünen-Kreisvorsitzender Andreas Warschau die Ablehnung des Altenberger Stadtrates, einen Zweckverband Wintersport zu gründen. „Offenbar treibt Herr Kirsten hier ein doppeltes Spiel, wenn er im Kreistag vehement für eine Zweckverbandslösung plädierte und jetzt den Kostenbeitrag der Stadt als zu hoch bezeichnet.“ Kirsten hatte auch in einem vierseitigen offenen Brief an die Altenberger Bürger Anfang des Monats angegeben, dass er seit 1990 um eine Zweckverbandslösung kämpfe. >>Nunmehr bin ich außerordentlich glücklich darüber, dass der Weißeritzkreis mit der Stadt Altenberg gemeinsam einen Zweckverband gründen möchte, um die notwendigen Investitionen zu schultern<<, hatte Kirsten geschrieben (offener Brief siehe Anlage). „Die Halbwertzeiten der Aussagen des Bürgermeisters sind offenbar noch kürzer als die Altenberger Winter in Zeiten des Klimawandels“, vermutet Warschau

Für die Grünen im Weißeritzkreis ist jetzt der geeignete Zeitpunkt zu kommen, um ehrlich mit der Thematik „Wintersport und Bobbahn in Altenberg“ umzugehen. „Ich sehe nicht, dass sich Deutschland auf Dauer vier Rennschlittenbahnen leisten kann, von denen drei für den Bobsport geeignet sind. Es ist für mich – auch als Steuerzahler - nicht vermittelbar, dass der Kreis, das Land und der Bund dauerhaft und nennenswert in ein Fass ohne Boden investieren. Wir sollten die knappen finanziellen Ressourcen viel mehr in einen Imagewandel investieren. Altenberg wird künftig immer weniger als Wintersportort in Frage kommen. Stattdessen könnten wir uns mit einem naturnahen sanften Tourismus als Sommerfrische viel besser platzieren.“

Die damit verbundenen Einschnitte hält auch Andreas Warschau für schmerzlich. „Die Tendenz, die überbordenden Kosten der Wintersportanlagen auf Dritte abzuwälzen, zeigen jedoch, dass ein radikaler Sinneswandel nötig ist. Insofern sehe ich in der Krise eben auch eine Chance für unsere Region“, ist der Grüne optimistisch. „Die Verantwortlichen der Sportverbände, der Ministerien, des Kreises und der Stadt sollten jetzt aufhören, in Hinterzimmerrunden Scheinlösungen zu produzieren, die auf Dauer nicht tragfähig sind und bei einen offenen runden Tisch die Probleme ohne Augenauswischerei auf den Tisch packen.“