Kompakte Städte statt Umlandzersiedlung

Donnerstag, 24. Mai 2007

Die Grünen im Weißeritzkreis begrüßen die am Donnerstag auf der Bauministerkonferenz in Leipzig beschlossene „Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“. Forderungen wie Verhinderung von Zersiedelung des städtischen Umlandes, Anpassung an Klimawandel und Entwicklung eines leistungsstarken Öffentlichen Personennahverkehrs werden von den Grünen mit getragen. „Diese Charta gehört in das Büro jedes Bürgermeisters von Freital bis Altenberg“, meint Grünen-Kreisvorsitzender Andreas Warschau.

In dem Dokument heißt es unter anderem: „Eine wichtige Grundlage für die effiziente und nachhaltige Nutzung von Ressourcen ist eine kompakte Siedlungsstruktur. Dies kann durch eine Stadt- und Regionalplanung, die eine Zersiedlung des städtischen Umlandes verhindert, erreicht werden.“ Vor dem Hintergrund geplanter Baugebiete u. a. in Freital sieht Warschau diesen Grundsatz noch nicht in der Realität angekommen. „Mit dem fadenscheinigen Argument, dass man den Zuzug von Familien braucht, um die Leistungsfähigkeit der Stadt zu erhalten, werden genau diese Familien anderen Kommunen entzogen, die sie natürlich genauso brauchen. Deshalb ist die Forderung der europäischen Bauminister, die „allein auf eine Stadt bezogene Betrachtung stadtentwicklungspolitischer Probleme und Entscheidungen“ zu überwinden, besonders wichtig“, hält der Grüne fest. „Ich würde manchem regionalen CDU-Politiker in diesem Sinne eine Erweiterung seiner Schrebergarten-Sichtweise wünschen.“ CDU-Sprecher Peter Darmstadt hatte den Kritikern des neuen Pesterwitzer Wohngebietes Realitätsverlust und „grüne Tomaten auf den Augen und ‚Bohnen in die Ohr’n‘“ vorgeworfen.

Die Grünen unterstreichen die Forderung, dass sich die Städte den Anforderungen stellen, die sich aus dem Klimawandel ergeben. „Eine neue Siedlung, in der Anlagen erneuerbarer Energien nicht zur Pflicht gemacht werden, darf es eigentlich nicht mehr geben“, meint Andreas Warschau. „Die Städte haben die Möglichkeit, das in der Bauleitplanung zu berücksichtigen.“

Zu einer nachhaltigen Stadt gehöre auch, dass das Recht der Bürger auf Mobilität und Erreichbarkeit durch die Entwicklung eines leistungsstarken und preisgünstigen Öffentlichen Personennahverkehrssystems gestützt wird. „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel weg von der autofreundlichen Siedlung, die immer neue Verkehrswege erfordert, hin zur menschenfreundlichen Stadt“, fordert Warschau.

Leipzig-Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt