CDU-Stadtratsmehrheit provoziert Politikverdrossenheit!“

Samstag, 17. Januar 2009

„Leider haben wir das gestrige Ergebnis schon geahnt und waren darauf vorbereitet, dass der Stadtrat mit der Mehrheit der CDU/Republikaner-Stimmen der Mandatsniederlegung von Grünen-Stadtrat Jörg Köllner nicht zustimmen würde“, so Stephan Trutschler, Vorsitzender der Freitaler Grünen. „Trotzdem hatten wir natürlich gehofft, dass man die persönlichen Ressentiments, die die sehr engagierte Arbeit des Stadtrates unweigerlich mit sich brachte, hintanstellen und die Gründe für einen Mandatsverzicht akzeptieren würde.“

Natürlich kann man sich trefflich streiten, ob die Gründung einer Familie und die Geburt eines Kindes einen hinreichenden Grund für einen derartigen Schritt bildet, dennoch muss es jedem Einzelnen überlassen sein, an jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt ein ehrenamtliches Engagement zu überdenken und gegebenenfalls auch hintanzustellen. „Die Begründung des von mir persönlich sehr geschätzten CDU-Fraktionsvorsitzenden, dass ja auch Herr Köllner mit seinen vielen Anfragen und Anträgen keinerlei Rücksicht auf das Familienleben der übrigen Stadträte genommen habe und man u. a. deshalb in diesem Fall auch keine Rücksicht nehmen könne, empfinde ich als Nachtreten und kleinliche Rache, die der Sache nicht angemessen erscheint und die ich auch von Herrn Frost so nicht erwartet hätte“, so Trutschler erstaunt.

Mit Friederike Möckel haben die Grünen eine kompetente und hoch motivierte Nachfolgerin, die sofort hätte einspringen können. Umso mehr enttäuscht das gestrige Abstimmungsverhalten der familienpolitisch vermeintlich so engagierten Christdemokraten und Republikaner, die sich ja sonst mit Anträgen zur Familien- und Jugendförderung förmlich überschlagen.

„Wir befürchten, dass durch diese Entscheidung noch mehr Bürger ihr politisches und ehren-amtliches Engagement erheblich intensiver überdenken werden und im Zweifelsfall lieber auf eine Kandidatur für jedwede Art von Bürgerbeteiligung verzichten werden, wenn ein eventueller Ausstieg so erschwert beziehungsweise sogar verhindert wird.“ Schon jetzt klagen alle Parteien und Gruppierungen über die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung. „Durch den gestrigen Abend mit seinen sehr umstrittenen Ergebnissen haben CDU und Republikaner dieser Abwendung von der Politik kraftvolle Unterstützung angedeihen lassen“, so Trutschler abschließend.