"Stoppt diese Sauerei!"

Montag, 21. September 2009

Zusammen mit dem Verein "Tierfreunde e. V."  demonstriert der Landesverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN heute vor der der Schweineproduktion Burkersdorf GmbH in Frauenstein

Michael Weichert, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion, und Hubertus Grass, Landesgeschäftsführer von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bewerten den Koalitionsvertrag, den CDU und FDP in der letzten Woche im Freistaat aushandelten,  "als Festschreibung einer Landwirtschaftspolitik, die die Massenproduktion zur Richtschnur macht und das Leiden der Tiere in den Agrarfabriken weiterhin mit Steuergeldern subventioniert."

Im Koalitionsvertrag von CDU und FDP heißt es: "Wir setzen auf eine stärkere Marktausrichtung und Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Landwirtschaft...Wir unterstützen die Vermarktung und den Export von sächsischen Agrarprodukten und Lebensmitteln...Wir unterstützen die konventionelle und die ökologische Landwirtschaft. Dabei halten wir an einer hohen Investitionsförderung fest." (S. 33)

Das bedeute im Klartext, so Weichert und Grass, dass die neue Landesregierung weder auf Qualität, Gesundheit noch Tierschutz Wert lege, sondern sich einzig und allein an der scheinbaren Produktivität orientiere.

"Das werden wieder fünf verlorene Jahre für die artgerechte Tierhaltung in Sachsen werden. Denn die Agrarpolitik der neuen Koalition ist ausgerichtet auf Massenproduktion und Exportorientierung."

Schweine aus den sächsischen Schweinemastbetrieben, wo nicht selten mehr als 10.000 Tiere auf engstem Raum gehalten werden, werden schon heute quer durch Europa gefahren und kommen dann z. B. als "Parma-Schinken" zurück auf den Tisch des Verbrauchers im Freistaat. Bezahlt hat der Verbraucher den Schinken schon lange, bevor er ihn an der Ladentheke erwirbt: Mit seinen Steuergeldern, die als Investitionssubventionen in die tierquälerische Massentierhaltung und in den laufenden Betrieb der sächsischen Landwirtschaft fließen. Jedes Jahr werden über 300 Mio. Euro an die Bauern im Freistaat verteilt. Ein Kriterium wie artgerechte Tierhaltung spielt bei der Vergabe der Fördermittel keinerlei Rolle.

Während Ernährungswissenschaftler einen Verzehr von 300 Gramm Fleisch oder Wurst pro Woche empfehlen, liegt der pro-Kopf-Verbrauch in Sachsen bei 1.200 Gramm. Gesundheitliche Auswirkungen wie Störungen des Herz-Kreislaufsystems oder ein erhöhtes Krebsrisiko sind die Folgen. Eine Reduzierung unseres Konsums an tierischen Produkten ist also dringend geboten.

Tierische Produkte und ihre Herstellung sind besonders kritisch für das Klima. Immerhin gehen 70 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen auf das Konto der Tierhaltung, mehr als die Hälfte davon stammen aus der Rinderhaltung. Bis zu neun Kilogramm Getreide sind nötig, um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren. Ein Großteil der Futter-Energie geht also verloren. Zudem stoßen Rinder und andere Wiederkäuer bei der Verdauung Methan aus, das ungefähr 20mal so klimaschädlich ist wie CO2.

Die intensive Tierhaltung in Europa ist in hohem Maße von Importfuttermitteln abhängig. Schon heute werden gut 50 Prozent des Eiweißfutters importiert. Im Zusammenhang mit der Frage, wie die wachsende Weltbevölkerung ernährt werden kann, wird dieser massive Import zu Recht stärker kritisiert werden.

Weichert und Grass sind überzeugt: "Nur eine artgerechte Tierhaltung ist gut für Tiere. Sie schont die Umwelt und das Klima und sichert die Existenz der bäuerlichen Betriebe. Artgerechte Tierhaltung und nicht Agrarfabriken brauchen wir zur Entwicklung er ländlichen Regionen und zum Erhalt der Kulturlandschaft in Sachsen. Nötig ist eine andere Weichenstellung in der Agrar-politik auf allen Ebenen."

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Kürzlich veröffentlichte Filmaufnahmen des Vereins "die tierfreunde e.V." aus fünf beliebig ausgewählten Schweinefabriken in Sachsen zeigen das Leid, das die Steuerzahler auch noch subventionieren:

http://www.tierqual-stoppen.org