Eröffnung des Denkmals "Graue Busse"

Samstag, 26. Juni 2010

Denkmal der Grauen Busse

Dr. Karl-Heinz Gerstenberg (MdL)

Franziska Kuhne (Stadträtin in Pirna)

Neben zahlreichen Gästen aus Gesellschaft und Poltik nahmen auch Dr. Karl-Heinz Gerstenberg (MdL), Grünen Stadträtin Franziska Kuhne und weitere Mitglieder des Kreisverbandes an der feierlichen Eröffnung des Denkmales, in Pirna, teil.

Bericht der Aktion Zivilcourage:

Das „DENKMALS DER GRAUEN BUSSE“ steht für ein Jahr in Pirna

Würdiges Gedenken in der Innenstadt an die „Euthanasie“-Morde auf dem Sonnenstein

Am Donnerstag, 24. Juni 2010 wurde das mobile „DENKMAL DER GRAUEN BUSSE“ in der Pirnaer Innenstadt in die Grünfläche auf der Grohmannstraße aufgestellt. Im Anschluss an die Aufstellung folgten Grußworte der Schirmherren Markus Ulbig (Sächsischer Staatsminister des Innern) und Klaus-Peter Hanke (Oberbürgermeister der Stadt Pirna) sowie von Siegfried Reiprich (Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten), den
Künstlern des Denkmals Dr. Horst Hoheisel und Andreas Knitz, und durch den Vertreter der Regionalstiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Heiko Lachmann.

Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, das Kuratorium Altstadt Pirna e.V., das Kuratorium Gedenkstätte Sonnenstein e.V., die Stadtverwaltung Pirna und die Aktion Zivilcourage e.V. bereiten die Aufstellung des Mahnmals vor und planen ein Rahmenprogramm u. a. mit Vorträgen, Filmen und Lesungen. Der Trägerkreis freut sich über jede Art der Unterstützung.

Die Begleitausstellung zum Denkmal befindet sich in den Räumen der Filiale der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Ecke Gartenstraße / Grohmannstraße und kann während der Öffnungszeiten der Bank kostenfrei besichtigt werden.

Das Denkmal, welches sich im Besitz der Stadt Ravensburg sowie des Zentrums für Psychiatrie »Die Weisenau« befindet und von den Künstlern Dr. Horst Hoheisel und Andreas Knitz geschaffen wurde, wird in Pirna für ein Jahr an die Opfer der NS-»Euthanasie«-Aktion der Jahre 1940/41 erinnern.

Ein in Segmente aufgeschnittener, begehbarer grauer Bus, in Originalgröße aus Beton gegossen, blockiert dauerhaft die ehemalige Pforte, aus dem die Todesbusse der "Euthanasie"-Aktion das Gelände der ehemaligen Heilanstalt Weißenau in Ravensburg verließen.

Ein zweiter Denkmalbus wechselt im Laufe der Jahre seinen Standort, um so die Erinnerung in die Regionen zu tragen in denen sich jeweils eine der sechs Tötungsanstalten der "Euthanasie-Aktion befand. Pirna-Sonnenstein gehörte war eine von ihnen. Hoheisel und Knitz wollen nicht nur den Opfern des NS-"Euthanasie" ein Denkmal setzen, sondern auch die Tat und die Täter reflektieren, indem die grauen Busse, die Werkzeuge der Täter, als »Transportmittel« der Erinnerung genutzt werden.

Neben fünf weiteren Vernichtungsanstalten wurden auf dem Pirnaer Sonnenstein mindestens 14.751 Männer, Frauen und Kinder aufgrund ihrer Behinderung oder psychischen Krankheit im Zuge der T4-Aktion systematisch getötet. Um die Erinnerung an die Geschichte wach zu halten, wird es auch für Pirna eine große Bereicherung sein, diesen Denkmalbus aufzustellen.

Dieses „begehbare Geschichtsbuch“, wie es von einem der Künstler bezeichnet wird, wird vor allem für die Jugend Geschichte erlebbar machen. Im Denkmalbus eingeschrieben ist das Zitat: "Wohin bringt ihr uns?", die überlieferte Frage eines Patienten. Diese bietet z.B. die Grundlage für Zeitzeugenbefragungen innerhalb Pirnas und der Region. Wie gingen die Menschen mit den Bussen um? Wo fuhren sie lang? Wusste die Bevölkerung den Hintergrund dieser Transporte? Da die Generation der zu Befragenden stetig schwindet, ist dies wohl eine der letzten Möglichkeiten, mit dem Wissen der Verbliebenen, eine Grundlage für die Schüler und Schülerinnen, in dem Prozess eines lebensbegleitenden Lernens zu schaffen.

(Artikel: Aktion Zivilcourgae Pirna, siehe Link)