Bahnreise in der Sächsischen Schweiz - Rückblick

Dienstag, 3. August 2010

Gemeinsam mit Eva Jähnigen (MdL) bereisten Mitglieder des Kreisvorstandes und Kreisrat Claus Krüger am 30.07. die landschaftlich wunderschöne Bahnstrecke der Semmeringbahn. Von Pirna aus über Lohmen, Neustadt und Sebnitz ging es nach Bad Schandau. ÖPNV hautnah. In Bad Schandau empfingen uns Marc Henkenjohann und Marcus Ziegler, die im dortigen Bahnhof seid kurzem den Biomarkt Hazett betreiben. Regionale Produkte, Fairtrade und die geniale Idee einer Ausleihstation für Elektrofahrräder überzeugten alle Mitgereisten vom Konzept der beiden Unternehmer. Im gemeinsamen Gespräch bestätigte sich, wie wichtig eine gute Bahnanbindung für Bad Schandau und den dortigen Tourismus ist. Das gilt sowohl für den Nahverkehr mit der S 1, der RB 71 und der Bohemiabahn, aber auch für die Fernzüge aus Budapest, Prag und Berlin - die in Bad Schandau halten. Angesprochen wurden auch der Ausbau des Elbradweges, des Busbahnhofs am Bahnhof und verlängerte Betriebszeiten der Fähren in Bad Schandau und Schmilka während der Sommermonate.

Natürlich durfte eine Probefahrt auf den E-Rädern nicht fehlen - und auch von der erstklassigen Qualität der im Biomarkt erhältlichen Produkte durften wir uns überzeugen. Die Idee - scheinbar einfach: Ein zentraler Umschlagplatz für Produkte aus der Region. Milch, Käse, Wurst und viele andere Spezialitäten- direkt aus der Sächsischen Schweiz. Die Bauern der Region beliefern den Biomarkt, mehrmals in der Woche, hier wird direkt verkauft und an andere Abnehmer der Region weitergeliefert. Eine super Idee, von der alle Beteiligten profitieren. Ergänzt wird das Angebot durch FairTrade-Produkte und einen Imbiss für die Bahnhofsgäste. Natürlich gilt auch für den Imbiss: nur beste Qualität!

Das Ladencaffee Hazett im Bahnhof Bad Schandau hat täglich von 08:00-20:00 geöffnet. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall! Wir wünschen Marc Henkenjohann und Marcus Ziegler weiterhin viel Erfolg. Beide betreiben ebenfalls das Berghotel & Restaurant "Großer Winterberg", sowie die Ausflugsgaststätten auf dem Papstein, den Pfaffenstein und das "Alte Zeugshaus" in Ottendorf.

www.grosserwinterberg.de
www.elbsandstein.de

 

Eva Jähnigen (MdL) schreibt über die Fahrt:

Abbau statt Ausbau?

Aufschwung für den Bahnverkehr auf dem Sächsischen Schweiz-Ring von Pirna nach Bad Schandau über Neustadt, Stolpen und Sebnitz steht vor der Tür - wenn endlich die Lücke nach Tschechien  über Dolni Poustevna geschlossen ist!

Werden aber die von der sächsischen Regierung vorgeschlagenen Kürzungen von 7,5 % der Nahverkehrsgelder ab 2011 realisiert, droht Abbau statt Ausbau auf dieser Strecke und Verzicht auf die neue Anbindung nach Tschechien. Ich habe mich deshalb auf einer Bahnfahrt mit der RB 71 gemeinsam mit dem grünen Kreisrat Claus Krüger und 3 weiteren Reisenden davon überzeugt, dass diese Bahnstrecken unerschlossene touristische Potenziale haben.

Anschließend besuchten wir den Bahnhof Bad Schandau mit seiner neuen, vorbildlichen Nutzung. Die Hotel- und Restaurantbetreiber Marc Henkenjohann und Marcus Ziegler haben hier einen verlockenden und preiswerten Imbiss mit biologisch und regional erzeugten Angeboten eröffnet. Auch Kaffee und Schokolade beziehen sie aus fairem Handel. Die Touristen können sich auch E-Bikes für Touren in der sächsischen Schweiz ausleihen. Geplant ist der Ausbau des Bahnhofes als Liefer- und Umschlagszentrale für Bioprodukte sowie eine Schaubäckerei. Darauf freuen wir uns!   Klar wurde auch noch einmal: für den Tourismus in Bad Schandau sind der Ausbau des Elberadweges sowie die gute und pünktliche Fernbahnanbindung mit eigenem Halt existenziell, ebenso wie eine gute Nahverkehrsanbindung.