Freie Wähler Freital offensichtlich auf rechtem Auge blind

Freitag, 31. März 2017

Stephan Trutschler, Vorsitzender des Regionalverbandes Freital-Tharandter Wald, Bündnis 90/Die Grünen

Bündnis-Grüne entgeistert über Verdrängungskultur bei Freien Wählern in Freital

„Es mutet bisweilen schon etwas gespenstisch an, wenn man sich die öffentlichen Äußerungen und Kommentare führender Vertreter des Freitaler Freie Wähler e.V. im Netz beziehungsweise ganz aktuell auf deren offizieller Facebook-Seite zu Gemüte führt“, so Stephan Trutschler, Vorsitzender des Regionalverbandes Freital-Tharandter Wald von Bündnis90/Die Grünen.

Konkret geht es darum, dass sich die Fraktion in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Freital Uwe Rumberg zwar anfänglich „staatstragend“ gibt, indem man wohlfeile Allgemeinplätze zum Besten gibt und natürlich bestätigt, dass „wer mittels Feuerwerkskörpern Anschläge verübt ... gegen das Gesetz verstößt und mit Verfolgung und Bestrafung durch den Gesetzgeber rechnen muss!“ Danach wird es aber schon wieder spannend, denn natürlich distanziert man sich von dem jüngst erschienen STERN-Artikel und der angeblichen Generalverurteilung Freitals und bewertet dies als Schlag ins Gesicht der „hier lebenden 40.000 friedlichen und engagierten Freitaler“.

„Liebe - sicherlich auch friedliche und engagierte - Freie Wähler, wo waren Sie denn, als Hooligans von außerhalb und sachsenweit bekannte namhafte Vertreter einschlägiger rechter Gruppierungen mehrfach mit bis zu 1.500 Freunden, Fans und Sympathisanten durch die Freitaler Straßen marschiert sind“, so Trutschler weiter. „Jetzt plötzlich darauf zu verweisen, dass der vorher durchaus sehr geschätzte Bekannte Timo S. ja ein Hamburger war, ist mehr als billig, denn dort kam er ja mit seinen kruden Ideen ganz offenbar nicht weiter.“ Dazu brauchte er anscheinend genau die Subkultur, die in Freital seit den Tagen des ehemaligen OB Klaus Mättig wächst und nach wie vor (leider) gedeiht. „Wegschauen, ignorieren, totschweigen! Schuld sind natürlich ausnahmslos diejenigen, die auf die Missstände hinweisen und eben ganz konsequent nicht wegschauen“, ärgert sich Grünenchef Trutschler.

Der Gipfel ist allerdings der Verweis des FW-Fraktionsvorsitzenden auf den Eid, den alle Abgeordneten bei Amtsantritt leisten müssen und in dem sie sich verpflichten, zum Wohle Freitals zu handeln. Jetzt die Äußerung der mehrfach öffentlich bedrohten Grünen-Stadträtin Ines Kummer gegenüber dem STERN als Anlass zu nehmen, ihren Rücktritt zu fordern, offenbart eine Ignoranz, die schon einmalig ist. „Es ist unfassbar, dass jemand, der auch nur halbwegs ernst genommen werden möchte, auf der einen Seite einen Satz einer unmittelbar Betroffenen als Verstoß gegen diesen Eid wertet, auf der anderen Seite mit keinem Satz auf die Verwicklung seines ‚Banknachbarn’ Dirk Abraham, NPD eingeht. Dass dessen Verhalten definitiv nicht als Lappalie eingestuft werden kann, wie ja im Rahmen des Prozesses um die Gruppe Freital immer deutlicher wird, ist dem Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler Freital ganz offenbar entgangen. Aber vermutlich schadet dies ja, aus dem ‚rechten Winkel’ betrachtet, der Stadt in der Öffentlichkeit auch nicht so wie der Kampf gegen Rassismus und Intoleranz“, so Trutschler abschließend.