Protest gegen Baumrodung geht an OB

Donnerstag, 29. Juli 2010

Am Montag, 16. August, 19.30 Uhr findet im Kirchgemeindehaus St. Marien, Schlossstraße 1 in Pirna, das im Artikel angesprochene Bürgerforum statt. Nähere Informationen zur Veranstaltung folgen.

 

Protest gegen Baumrodung geht an OB

 

Von Alexander Müller, Sächsische Zeitung, Lokalteil Pirna, 29.07.2010

 

Die Stadtverwaltung will die Lindenallee am Hang des Schlossbergs fällen. Anwohner befürchten Erdrutsche als Folge davon.

Die vom Pirnaer Stadtrat beschlossene Rodung der Lindenallee am Schlosshang sorgt weiter für Unmut in der Stadt. Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Pirna“ macht deshalb weiter mobil gegen diese Pläne. Im Juni war entschieden worden, dass im Zuge der Schlosshangaufwertung die meisten der etwa 100 Jahre alten Bäume weichen und dafür neue Linden gepflanzt werden sollen.„Es geht bei dieser Frage ja nicht nur allein darum, diese alten Bäume zu erhalten“, berichtet Imke Günther von der Bürgerinitiative. „Wir befürchten auch eine persönliche Gefahr für die Anwohner unterhalb des Berges.“ Wenn es, wie in den vergangenen Tagen, sehr stark regene, dann könnte der Hang ohne die Bäume vielleicht nicht mehr ausreichend Halt haben. „Dann könnte es zu einer Schlammlawine, ähnlich wie jetzt in Königstein, kommen“, erklärt Imke Günther.Diese Ängste seien keine Panikmache. Auch andere Anwohner berichten gegenüber der SZ von einer solchen Gefahr. Als vor etwa 100Jahren die jetzige Lindenallee angelegt worden war, sei es in der Zeit danach auch immer wieder zu solchen Vorfällen gekommen. Da die jungen Bäume noch nicht so tief im Erdreich verwurzelt waren, boten sie diesem auch noch keinen großen Halt.„Das alles ist generell kein Zustand“, erläutert Imke Günther. Es gäbe kein wirkliches Konzept, alles sei noch offen. Und das, obwohl die Bauarbeiten am Hang schon liefen. Die Bürgerinitiative gibt deshalb längst noch nicht auf. Heute wird sie im Rathaus erst einmal die 762Unterschriften, welche im Juni binnen weniger Tage gegen die Rodung gesammelt wurden, offiziell an Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) übergeben. Darüber hinaus ist geplant, im Stadtrat einen oder mehrere Einwohneranträge zum Thema zu stellen. „Damit wollen wir erreichen, dass die geplanten Maßnahmen weiter geprüft werden“, sagt Imke Günther. Außerdem soll es bald auch ein Bürgerforum dazu geben, mit einer breiten Diskussion, bei der auch Experten zu Wort kommen.