Alle zusammen? Der schwierige Weg zu einer Schule für alle
Montag, 12. Juli 2010
Einladung:
All inclusive! Wege zu einer Schule für alle – Fachtagung
Samstag, 4. September 10 – 17 Uhr, Deutsches Hygienemuseum, Dresden
Artikel aus saxGrün:
Alle zusammen? Der schwierige Weg zu einer Schule für alle
Die Antwort der drei Schüler ist verstörend: Ja, sie wollten lieber weiter auf der Kö‘ bleiben. Nein, wenn sie nach Hause kommen, hätten sie keine „normalen“ Freunde. Die Kö‘ ist die Körperbehindertenschule in Chemnitz. Von weiten Teilen der Gesellschaft unbemerkt, werden rund 5 Prozent eines Jahrgangs, also Kinder, die Behinderungen, Sprachstörungen, Lernschwächen oder Verhaltensbesonderheiten aufweisen, auf Förderschulen verwiesen. Die Entscheidung treffen nicht die Eltern, sondern Behörden – Einsprüche sind meist zwecklos. Über 80 Prozent der Förderschülerinnen und -schüler erlangen keinen Abschluss und finden später keine Arbeit – der Großteil kommt aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien. Dabei verpflichtet die 2009 in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention alle unterzeichnenden Staaten unmissverständlich, dass auch Schülerinnen und
Schüler mit Behinderung der Besuch einer allgemeinbildenden Schule gewährleistet werden muss. Demzufolge sollen nicht mehr die Förderschulen, sondern allgemeinbildende Grund- und Mittelschulen sowie Gymnasien der reguläre Lernort für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sein. Da auch Deutschland zu den Unterzeichnern gehört, muss sich auch Sachsen auf den Weg zu einem so genannten inklusiven Bildungssystem machen, das nicht mehr Andersartige mit dem Ziel der Angleichung integriert, sondern jedes Kind in seiner Einzigartigkeit annimmt.
Eltern müssen selbst entscheiden dürfen, ob ihr Kind eine Förderschule oder eine Regelschule besuchen soll. Jedes Jahr, das hierbei ungenutzt vergeht, schadet den Kindern und kostet unnötig Geld. Auch wenn es zunächst so scheint, geht es bei der Schaffung eines inklusiven Bildungssystems nicht um einen kleinen Randbereich, sondern um die Zukunft der Schule insgesamt. Denn die Inklusion von Schülerinnen und Schülern, die „anders“ sind, setzt eine individuelle Lernkultur voraus, die das derzeitige Verständnis von Schule vom Kopf auf die Füße stellt
Termin
All inclusive! Wege zu einer Schule für alle – Fachtagung
Samstag, 4. September; 10 – 17 Uhr
Deutsches Hygienemuseum,
Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
Anmeldung: jan.schubert@slt.sachsen.de
Themen der Tagung werden sein:
- Aus- und Weiterbildung für ein inklusives Bildungssystem
- Kooperation und Fusion von Förder- und Regelschule
- Inklusion geistig und mehrfach behinderter Schüler am Gymnasium
- Pädagogische Konzepte für den Umgang mit Andersheit
- Diagnostik, Wahlfreiheit, Unterstützung – Integrationswirklichkeit an sächsischen Schulen









