Grüne fordern mehr Personal für historisch-politische Bildung in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein

Maicher: Die Weiterentwicklung der Gedenkstätten als Lernorte ist wichtig für die Förderung der Demokratie

Für den Doppelhaushalt 2019 und 2020 fordert die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag einen deutlichen Aufwuchs bei der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Zusätzliche 400.000 Euro jährlich sollen für pädagogisches Personal in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und weiteren Gedenkstätten und Initiativen in Sachsen verwendet werden, 100.000 Euro für eine Entwicklungskonzeption.

 

"In einer Zeit der komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen streben Pegida und Co. nach Ausgrenzung von Fremden und Andersdenkenden, nach Gesinnungskontrolle und der Rückkehr zu Klarheiten, die es nie gab. Die Orte und Initiativen zur Erinnerung an die Diktatur der DDR und an die Menschheitsverbrechen im Nationalsozialismus zeigen, wohin das führen kann", erklärt Dr. Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion.

 

"Die Weiterentwicklung der Gedenkstätten als historisch-politische Lernorte vor allem für junge Menschen ist wichtig für die Förderung der Demokratie. Mit den aktuellen personellen und finanziellen Kapazitäten ist diese Herausforderung jedoch nicht zu stemmen. Es werden ca. 250.000 Euro jährlich mehr benötigt", erläutert die Abgeordnete. "So können beispielsweise in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein mehr Projekttage mit Jugendlichen und Bildungsmaterialien zur Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen 'Euthanasie' am historischen Ort der ehemaligen Tötungsanstalt Pirna-Sonnensteinangeboten werden."

 

Zudem sollen nach Meinung der GRÜNEN-Fraktion pädagogische Projekte und Fachaustausch zur Bildungsarbeit durch weitere 150.000 Euro jährlich im Rahmen der Projektförderung ermöglicht werden.

 

"Mit einem GRÜNEN Antrag im Mai 2017, einem Fachgespräch und zahlreichen Besuchen in sächsischen Gedenkstätten hat meine Fraktion eine Diskussion zur Entwicklungskonzeption und zum Bildungsauftrag der Stiftung ins Rollen gebracht. Im Juni 2018 haben sich die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU auf den GRÜNEN Druck hin zu einem eigenen Antrag durchgerungen, der vom Landtag beschlossen wurde. Die Stiftung ist nun zum Handeln aufgefordert", unterstreicht Claudia Maicher.

 

"Damit es nicht wieder und wieder an der Leistungsfähigkeit der Geschäftsführung scheitert, soll dem Stiftungsrat ermöglicht werden, die Erarbeitung einer wissenschaftlich fundierten Konzeption außerhalb der Stiftung zu beauftragen. Sie soll die Erfahrungen der verschiedenen Einrichtungen, Projektträger, Verbände und Initiativen einbeziehen."