Kreistag: Redebeitrag zur Pirnaer Südumfahrung

Redebeitrag von Grünen-Kreisrat Claus Krüger zur Pirnaer Südumfahrung (Kreistagssitzung 25.06.):

Pirna braucht eine Lösung für das Verkehrsproblem des Durchgangsverkehrs. Die Staus mit den Folgen (Lärm, Abgase) sind für die Anwohner unzumutbar. Aber - Der Nutzen des Vorhabens der Umgehungsstrasse - so wie jetzt geplant - ist aber fraglich.

Die bisherigen Verkehrszählungen zeigen dass der Verkehr auf der B 172 seit Jahren nicht zunimmt. Eine Zunahme des Verkehrs wäre angesichts der demographischen Entwicklung in der Region auch nicht plausibel.

Grünen-Kreisrat Claus Krüger

Redebeitrag von Grünen-Kreisrat Claus Krüger zur Pirnaer Südumfahrung (Kreistagssitzung 25.06.):

Pirna braucht eine Lösung für das Verkehrsproblem des Durchgangsverkehrs. Die Staus mit den Folgen (Lärm, Abgase) sind für die Anwohner unzumutbar. Aber - Der Nutzen des Vorhabens der Umgehungsstrasse - so wie jetzt geplant - ist aber fraglich.

Die bisherigen Verkehrszählungen zeigen dass der Verkehr auf der B 172 seit Jahren nicht zunimmt. Eine Zunahme des Verkehrs wäre angesichts der demographischen Entwicklung in der Region auch nicht plausibel.

Statt weiter Jahre auf eine neue Straße zu warten, deren Finanzierung nicht gesichert ist, könnte man mit entsprechendem politischen Willen sofort an der B 172 durch verkehrsorganisatorische und bauliche Maßnahmen die Verkehrsbedingungen verbessert werden: Intelligente Ampelschaltungen, sichere Überquerungshilfen für Fußgänger oder Temporeduzierung in den Nachtstunden für LKW.

Auch der Entlastungseffekt der neuen Trasse wird nicht den Erfolg bringen, den man sich erhofft. Der überörtliche Verkehr könnte verlagert werden. Dieser macht aber nur einen kleinen Teil des Gesamtverkehrsaufkommens aus. Der überwiegende Teil des Verkehrs (innerörtlicher Verkehr, Verkehr von und mit Ziel Altstadt Pirna) wird weiter die heutige B 172 nutzen.

70 Mio. Euro für 3 km Strasse – 24.000 Euro für jeden Meter. Das sind keine vernünftigen Dimensionen mehr für die Lösung des Problems. Aber nicht nur das.

 „Die Bedeutung des Autoverkehrs wird in Zukunft tendenziell abnehmen“, sagt Prof. Becker , Verkehrsökologe an der TU Dresden und weiter: „Die Unterhaltskosten pro Kopf der erwerbstätigen Bevölkerung steigt bis 2030 bundesweit um 18 %. Bei uns im Osten sogar um 37 %. Wir fahren mit Vollgas gegen die Wand.“

Das bisher verfolgte Ziel besteht darin immer mehr Autoverkehr zu ermöglichen. Die Lenkung des Verkehrs erinnert an eine Zeit als es noch keine Wasserhähne gab und man mit immer größeren Leitungsquerschnitten den Wassermassen Herr zu werden.

Ich denke es ist an der Zeit über intelligente und zukunftsfähige Lösungen nachzudenken, die auch noch am Ende des fossilen Zeitalters Bestand haben.
Verkehrskonzept für die Region unter Betrachtung aller Verkehre: nicht nur Autoverkehr, sondern ebenso ÖPNV, Rad- und Fußgängerverkehr, touristisches Verkehrsleitsystem.